Das Bendorfer Forum für ökumenische Begegnung und interreligiösen Dialog

Das Bendorfer Forum engagiert sich in der Begegnungs- und Bildungsarbeit mit Menschen verschiedener Religionen. Sie begann in den 1960er Jahren im Hedwig-Dransfeld-Haus (HDH) in Bendorf. Das Bendorfer Forum wurde gegründet, um nach der Schließung des HDH den dort gewonnen Erfahrungsschatz zu bewahren und weiterzuentwickeln. Unter dem virtuellen Dach unseres Forums werden die Dialogveranstaltungen des HDH fortgeführt und neue Projekte im „Geist von Bendorf“ initiiert.

Charakteristisch für unsere Veranstaltungen sind:

  • ökumenischer, interreligiöser und interkultureller Dialog auf gleicher Augenhöhe
  • Orientierung an persönlicher Begegnung und Erfahrung
  • religiöse Feiern und Gebete, getrennt nach Religionen, aber mit „offener Tür“ für Gläubige anderer Religionen
  • Einladung an Menschen aller Altersgruppen und Lebensformen (Kinder willkommen!)
  • Vorbereitung, Durchführung und Auswertung der Tagungen in interreligiösen Teams

Das HDH wurde1925 vom Katholischen Deutschen Frauenbund gegründet. Es entwickelte sich nach dem 2. Weltkrieg zu einem Ort der Begegnung und Versöhnung, des ökumenischen und interreligiösen Gesprächs für Menschen aus aller Welt. Seit Ende der 60er Jahre fanden jährlich Tagungen, Konferenzen und Seminare statt, die in Kooperation mit jüdischen und muslimischen Organisationen in multilateral zusammengesetzten Teams vorbereitet und durchgeführt wurden. Zu den wichtigsten Partnern gehören bis heute das Leo-Baeck-College in London und die Deutsche Muslim-Liga Bonn e.V.

Im Laufe der Jahre entstand ein umfangreicher Erfahrungsschatz für Formen und Regeln des Miteinanders. Sie weisen den Weg zu einer Kultur des Respekts und der gegenseitigen Anerkennung zwischen Menschen verschiedener Religionen, unterschiedlicher Kulturen und Herkunftsländer. Unser Dialog ist getragen von ganzheitlicher Begegnung einschließlich der religiösen Dimension. Durch seine Dialogkultur wurde das HDH zu einem besonderen Ort.

Das Bendorfer Forum versteht sich als virtuelles Haus, unter dessen Dach diese Begegnungsarbeit in Kooperation mit anderen Bildungseinrichtungen fortgesetzt wird. Den im HDH begonnenen Dialog fördern wir durch bewährte und neue Veranstaltungsformen.

Wir möchten Räume schaffen, in denen Menschen unterschiedlichen Glaubens in unmittelbarer Begegnung die jeweils anderen Religionsgemeinschaften kennen lernen können. Theologisches Wissen und wissenschaftliche Reflexion spielen ebenso eine Rolle wie persönliche Erfahrungen, die Konsequenzen für unseren Alltag haben. Alle Tagungen werden von multilateral zusammengesetzten Teams vorbereitet und durchgeführt. Sie werden gründlich ausgewertet. Es wird versucht, auch in der Teilnahmeschaft eine möglichst breite und zahlreiche Beteiligung der unterschiedlichen Gruppen zu gewährleisten. Zu den jeweils nach Religionen getrennt gefeierten Gebets- und Feierzeiten wird gegenseitig eingeladen. Kinder und Familien werden in alle Programme integriert.

Zu unseren Veranstaltungen sind alle herzlich eingeladen, auch Menschen, die keiner Religion oder Religionsgemeinschaft angehören. Mitglieder des Bendorfer Forums zahlen bei allen Veranstaltungen ermäßigte Tagungsbeiträge.

Über die Geschichte und die theologische Bedeutung unserer beiden ältesten Tagungen, die Jüdisch-Christliche Bibelwoche und die Ständige Konferenz von Juden und Christen und Muslimen (JCM), ist im Januar 2011 das Buch „Zelte der Begegnung“ unseres Vereinsmitglieds Daniela Koeppler erschienen. Hier der direkte Link zum Verlag: http://www.orient-und-okzident.de/verlag/verlag.html.

Mehr über die Ziele und Arbeitsformen des Bendorfer Forums erfahren Sie auch im Artikel „Engel beherbergen“. Sie können ihn hier herunterladen!